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Mountain View. Google hat am 15. Mai 2026 einen eigenen Leitfaden veröffentlicht, der erklärt, wie Websites in den KI-Funktionen der Suche, also AI Overviews und AI Mode, berücksichtigt werden. Die zentrale Aussage: Optimierung für die generative KI-Suche ist aus Googles Sicht weiterhin Suchmaschinenoptimierung. Spezialdateien, zerstückelte Texte und Sondermarkup seien nicht nötig. Seit dem 31. August 2026 können alle Websites weltweit die Wirkung in der Search Console messen und die KI-Funktionen dort auch abwählen.
Das Wichtigste in Kürze
- Titel: „Optimizing your website for generative AI features on Google Search“, erschienen 15.05.2026, Seitenstand 10.07.2026
- AEO und GEO sind laut Google für die eigene Suche Teil von SEO
- llms.txt, Chunking und spezielles Schema-Markup braucht die Google-Suche nicht
- Für ChatGPT, Perplexity oder Copilot trifft der Leitfaden keine Aussagen
Was genau hat Google veröffentlicht?
Ein Dokument in der Search-Central-Dokumentation, das Websitebetreibern erklärt, wie Googles KI-Antworten Inhalte auswählen und was sie dafür tun sollten. Laut Änderungsprotokoll erschien es am 15. Mai 2026; die Seite trägt den Stand 10. Juli 2026.
Das Änderungsprotokoll von Google Search Central beschreibt den Leitfaden als Anleitung zur Optimierung für generative KI-Funktionen mit Hinweisen zu nicht austauschbaren Inhalten, zu lokalen Angeboten, Shopping, Bildern und Videos sowie zu KI-Agenten. Angekündigt wurde er im Search Central Blog. Am 15. Juni ergänzte Google eine Klarstellung, dass llms.txt-Dateien für die Google-Suche nicht benötigt werden. Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen, Redaktionen und Agenturen gleichermaßen. Er ist die bislang ausführlichste Stellungnahme des Konzerns dazu, was in den KI-Funktionen zählt, und wird in Fachkreisen seither oft auf die Formel verkürzt, GEO sei nur SEO. Das greift zu kurz, wie ein genauer Blick auf den Text zeigt.
Was sagt Google zu AEO und GEO?
Google ordnet beide Begriffe ausdrücklich der Suchmaschinenoptimierung zu. Wörtlich heißt es: „optimizing for generative AI search is optimizing for the search experience, and thus still SEO“. Dienstleister mit diesen Etiketten sollen nach den üblichen SEO-Maßstäben bewertet werden.
Technisch begründet Google das mit der Funktionsweise: Die KI-Antworten stützen sich auf die bekannten Ranking-Systeme und den Suchindex. Neu erklärt wird dabei das sogenannte Query Fan-out. Das System stellt zu einer Frage mehrere verwandte Teilsuchen parallel. Googles Beispiel: Wer wissen will, wie sich ein verunkrauteter Rasen retten lässt, löst im Hintergrund auch Suchen nach geeigneten Herbiziden aus. Für Unternehmen bedeutet das, dass eine Seite auch über Nebenfragen in eine Antwort gelangen kann. Eigens angelegte Seiten für jede denkbare Variante lehnt Google jedoch ab. Ergänzend veröffentlichte Google am 5. Juni eine Leitlinie zu externen SEO-Werkzeugen und Beratern. Darin steht ein Satz, der Anbieter von Messwerkzeugen betrifft: „No third-party tool has access to our internal ranking or AI systems.“
Welche Voraussetzungen und Empfehlungen nennt der Leitfaden?
Drei Bedingungen: Die Seite muss indexiert sein, mit Snippet angezeigt werden dürfen und in der Search Console in die generativen KI-Funktionen einbezogen sein. Letzteres ist die Standardeinstellung.
Inhaltlich setzt Google auf eigenständige Beiträge. Der Leitfaden stellt einen austauschbaren Titel wie „7 Tipps für Erstkäufer eines Hauses“ einem Erfahrungsbericht gegenüber, dessen Autor bewusst auf eine Hausinspektion verzichtete und damit Geld sparte. Inhalte sollen aus eigenem Wissen entstehen, statt Vorhandenes zu wiederholen. Daneben nennt Google bekannte Grundlagen wie Crawlbarkeit, sauberes HTML und gepflegte Unternehmensprofile sowie Händlerdaten im Merchant Center. Zur Messung verweist das Unternehmen auf den neuen Bericht in der Search Console. Einen Ausblick gibt der Text auf KI-Agenten: Browser-Agenten könnten Websites besuchen, um Daten zu sammeln, und Protokolle wie das Universal Commerce Protocol (UCP) entstünden gerade. Gewichtungen einzelner Faktoren oder Zahlen zu Klickverlusten enthält der Leitfaden nicht.
Was hält Google für überflüssig?
Eine ganze Reihe verbreiteter Empfehlungen: neue maschinenlesbare Dateien wie llms.txt, das Zerlegen von Texten in kleine Abschnitte, das Umschreiben für KI-Systeme, spezielles Schema-Markup und das gezielte Beschaffen unechter Erwähnungen.
Zu Dateien heißt es, man müsse keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien, Markup oder Markdown anlegen; die Google-Suche ignoriere sie, schaden würden sie aber nicht. Eine Pflicht zum sogenannten Chunking gebe es nicht, Google verstehe auch Seiten mit mehreren Themen. Ein besonderer Schreibstil sei ebenfalls unnötig, Synonyme würden erkannt. Strukturierte Daten seien für die KI-Suche nicht erforderlich, blieben aber für Rich Results sinnvoll. Deutlich wird Google bei Erwähnungen: Das Sammeln unechter Nennungen im Netz sei nicht so hilfreich, wie es scheinen mag („isn’t as helpful as it might seem“), weil die Spam-Systeme manipulierte Signale herausfiltern. Die Liste richtet sich damit gegen Abkürzungen. Als Freibrief, Inhalte unstrukturiert zu lassen, ist sie nicht formuliert.
| Datum | Änderung bei Google |
|---|---|
| 07.05.2026 | FAQ-Rich-Results werden nicht mehr angezeigt |
| 15.05.2026 | Leitfaden zu generativen KI-Funktionen erscheint |
| 27.05.2026 | Bevorzugte Quellen auch in AI Overviews und AI Mode |
| 03.06.2026 | Leistungsbericht für KI-Funktionen in der Search Console angekündigt |
| 05.06.2026 | Leitlinie zu externen SEO-Werkzeugen und Beratung |
| 15.06.2026 | Klarstellung zu llms.txt im Leitfaden |
| 31.08.2026 | Bericht und Opt-out-Einstellung für alle Websites weltweit |
Quellen: Google Search Central Updates, Google Blog, 03.06.2026, aktualisiert 31.08.2026
Wie ordnen Fachleute den Leitfaden ein?
Überwiegend als Bestätigung bekannter SEO-Praxis mit einer klaren Grenze: Er gilt nur für Google. Andere KI-Systeme arbeiten mit eigenen Crawlern, Indizes und Trainingsdaten.
Die auf GEO spezialisierte deine-geo-agentur.de aus Hechingen in Baden-Württemberg, die Felix Wilhelm 2026 gegründet hat, teilt in einem am 22. September veröffentlichten Ratgeberbeitrag Googles Kernaussage für die Google-Suche, zieht aber eine Trennlinie. ChatGPT, Perplexity und Microsoft Copilot seien mit eigenen Crawlern, anderen Indizes und Trainingsdaten teilweise unabhängig von Googles Ranking-Signalen. Wer dort sichtbar sein will, muss laut der GEO-Agentur neben Googlebot und Bingbot auch OpenAIs OAI-SearchBot und PerplexityBot zulassen und die Nennungen mit Testfragen in mehreren Systemen erfassen, weil die Search Console nur Google abbildet. Für die Aufteilung des Budgets nennt der Beitrag Richtwerte: Eine Website mit technischen Problemen und kaum Rankings solle 85 bis 90 Prozent in klassische Suchmaschinenoptimierung stecken, ein Unternehmen mit soliden Rankings, aber ohne Nennungen in KI-Antworten etwa 60 zu 40. Als verbreiteten Irrtum bezeichnet die Agentur die Annahme, KI-Sichtbarkeit ersetze SEO oder Links spielten keine Rolle mehr.
Was sollten Unternehmen jetzt prüfen?
Zuerst die Search Console: ob die Website in die KI-Funktionen einbezogen ist und was der neue Bericht zeigt. Danach den Zugang für Crawler anderer Anbieter, denn Googles Einstellung wirkt dort nicht.
Eine Website, die OAI-SearchBot aussperrt, bleibt laut OpenAI in den Suchantworten von ChatGPT außen vor; möglich sind dann nur noch reine Navigationslinks. Perplexity dokumentiert seinen PerplexityBot eigenständig. Die Hechinger Agentur beschreibt für diese Prüfung eine feste Reihenfolge: Indexierung und KI-Bericht bei Google kontrollieren, Crawler-Zugang verifizieren, eine Ausgangsmessung über vier KI-Systeme durchführen, Lücken bei Technik, Inhalten oder externen Quellen benennen und erst dann das Budget verteilen, mit einer Überprüfung pro Quartal. Wer Inhalte bislang auf llms.txt oder FAQ-Markup ausgerichtet hat, sollte die Prioritäten neu ordnen. FAQ-Rich-Results zeigt Google seit Mai nicht mehr an. Ein Ausschluss aus den KI-Funktionen über die Search Console lässt das übrige Ranking laut Search-Console-Hilfe unberührt, kostet aber die Präsenz in den Antworten.
Häufige Fragen
Gilt der Google-Leitfaden auch für ChatGPT?
Nein. Er beschreibt ausschließlich die KI-Funktionen der Google-Suche. ChatGPT nutzt für seine Suche den eigenen Crawler OAI-SearchBot, Perplexity den PerplexityBot. Die Einstellung in der Search Console hat auf diese Dienste keinen Einfluss.
Schadet eine llms.txt-Datei?
Laut Google nicht. Die Google-Suche ignoriert solche Dateien, für andere Dienste dürfen sie gepflegt werden. Ob andere KI-Systeme sie tatsächlich auswerten, ist öffentlich nicht belegt.
Wo lässt sich die Wirkung messen?
Für Google im Bericht zu generativen KI-Funktionen der Search Console, der seit dem 31. August 2026 allen Websites zur Verfügung steht. Er zeigt Impressionen, Seiten und Länder. Für andere Systeme bleibt nur das wiederholte Abfragen fester Testfragen.
Redaktion Nachrichten. Stand: 22. September 2026.
Quellen
- Google Search Central: Optimizing for generative AI features, Stand 10.07.2026
- Google Search Central: Documentation updates
- Google Search Central Blog, Mai 2026
- Google Search Central: Third-party SEO tools and advice
- Google Blog: New controls for website owners, 03.06.2026
- Search Console Help: Search generative AI setting
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- Perplexity: Perplexity Crawlers
- Deine GEO Agentur (Felix Wilhelm): „GEO vs. SEO: 12 Unterschiede und was gleich bleibt (2026)“, Ratgeber, 22.09.2026













